
Historie
Entwicklung der Bielefelder Bäder
Die Entwicklung der Bielefelder Bäderlandschaft umfasst fast 200 Jahre. Sie beginnt im 19. Jahrhundert mit einfachen Badeanlagen und wächst über zahlreiche Neubauten, Sanierungen und Modernisierungen zu einem vielfältigen Angebot aus Hallenbädern, Freibädern, Saunen und der Oetker‑Eisbahn.
Die folgende Chronologie zeigt die wichtigsten Etappen dieser Entwicklung.
Die wichtigsten Zeitabschnitte
1829–1852 – Das erste Freibad
1829/30 entsteht auf Initiative von Bürgermeister Ernst Friedrich Delius die erste Badeanstalt am Stadtgraben an der Notpforte. Sie wird vom Militär für Schwimmübungen genutzt. Trotz hoher Anfangsnachfrage verfällt das Bad zunehmend und wird 1852 geschlossen.
In den Jahren danach dienen natürliche Wasserstellen wie Teiche und Abschnitte der Lutter als Ersatz. Es gibt noch keine regulierten Badebetriebe.
1873–1944 – Das erste Hallenbad
1873 eröffnen engagierte Bürger das erste Hallenbad an der heutigen Gadderbaumer Straße. Es geht später in städtischen Besitz über und wird nach dem Ersten Weltkrieg vom Bielefelder Amateur Schwimm Club betrieben.
1944 wird das Gebäude bei Bombenangriffen zerstört und kann nicht wieder aufgebaut werden.
1920er–1930er – Boom der Freibäder
In dieser Phase entstehen zahlreiche neue Freibäder:
- 1926 das Freibad Brackwede
- 1927 das Freibad Wiesenstraße (heute Wiesenbad)
Wesentliche technische Grundlage ist der „Weihnachtsbrunnen“ der Stadtwerke, der ab 1925 mineralhaltiges, warmes Wasser aus 456 Metern Tiefe liefert.
Bis in die 1930er Jahre entstehen weitere Badeangebote in Schildesche, Senne, Schröttinghausen, Jöllenbeck und Ummeln.
1945–1950er – Wiederaufbau und Grundversorgung
Nach dem Zweiten Weltkrieg sind viele Bäder zerstört. Das Wiesenbad wird 1946 notdürftig instandgesetzt und wieder geöffnet.
Da viele Wohnungen keine Badezimmer haben, entstehen bis zu 30 Wannen- und Brausebäder, die bis 1998 bestehen.
In den 1950er Jahren folgen Modernisierungen der Freibäder sowie Neubauten in Hillegossen und Dornberg. 1954 entsteht das Hallenbad am Kesselbrink, das zum Zentrum zahlreicher Wassersportvereine wird.
1960er–1970er – Ausbauphase
Gefördert durch den „Goldenen Plan“ entstehen:
- neue Hallenbäder in Senne, Sennestadt, Brake, Gadderbaum, Brackwede und Heepen
- das Ernst-Rein-Bad
- 1974 das Freibad Gadderbaum
Jöllenbeck überdacht sein Freibad mit einer Traglufthalle und ermöglicht so ganzjährigen Betrieb.
1970er–1990er – Kommunalreform und Umbrüche
Mit der Kommunalreform 1973 übernimmt die neue Großstadt Bielefeld alle Bäder. Die finanzielle Belastung wächst deutlich.
Anfang der 1980er geraten die Haushalte in die Krise – Schließungen werden diskutiert.
1985 soll das Wiesenbad schließen, doch eine Bürgerinitiative verhindert dies. Mit Unterstützung des Landes NRW wird das denkmalgeschützte Bad saniert und 1988 wiedereröffnet.
In den 1990er Jahren schließt die Stadt das Freibad Schildesche und plant die Stilllegung weiterer Bäder.
1996 – Gründung der neuen Betreibergesellschaft
Gegen die Schließungspläne entsteht breiter Widerstand.
1996 wird die heutige Betreibergesellschaft innerhalb der Stadtwerke Bielefeld Gruppe gegründet. Ziel ist eine langfristige, tragfähige Struktur für die Bäderlandschaft.
In den Folgejahren werden über 28 Millionen Euro investiert:
- Sanierung der Hallenbäder Heepen und Brackwede (heute AquaWede)
- Modernisierung des Freibads Senne
- Planung eines neuen Sport- und Freizeitbades
Ab 2000 – Modernisierung und neue Bäder
2000 eröffnet das Ishara – ein Sport-, Spaß- und Saunabad mit breitem Angebot.
In den folgenden Jahren folgen:
- Umbau des Freibads Brackwede zum Naturerlebnisbad (2008/2009)
- Neubau des Hallenbads Sennestadt (2009)
- Sanierung der Freibäder Hillegossen und Dornberg
- Schließung baulich überalterter Bäder
- Neubau des Kombibades Jöllenbeck